Jederzeit und überall über das aktuelle Renngeschehen informiert zu sein, das war bei den World Sailing Games 2006 die große Herausforderung. Studierende des FH-Studiengangs Mobile Computing, Campus Hagenberg haben im Rahmen von Projektarbeiten eine weltweit einzigartige Anwendung erstellt, mit der die aktuell stattfindenden Rennen am Handy live mit verfolgt werden konnten.

Dafür wurden die Segelboote mit einem Global-Positioning-Modul (GPS) ausgestattet, um so für jedes Boot die geografische Position ermitteln zu können. Diese Daten werden vom Boot durch Verwendung eines handelsüblichen Mobiltelefons – diese wurden durch den Kooperationspartner SonyEricsson zur Verfügung gestellt – über eine GPRS-Verbindung an einen zentralen Rechner (Server) übermittelt, der die Daten aufbereitet und an andere Anwendungen weiterleitet.

Um die Daten in Echtzeit, mit der entsprechenden Qualität und vor allem flächendeckend vom See an den zentralen Server übertragen zu können, wurde vom Kooperationspartner T-Mobile ein eigenes Overlay-Network mit zwei dezidierten Basisstationen aufgebaut. Die Funktionalität wurde bereits im Vorfeld der Veranstaltung durch ausführliche Tests sichergestellt.

Die Visualisierung des Renngeschehens erfolgte in Echtzeit auf Handys. Dabei kann nicht nur der aktuelle Rennverlauf beobachtet werden, sondern es können auch vielfältige Hintergrundinformationen über das Event oder aber über die einzelnen Teams abgerufen werden. Der Zuseher ist somit immer bestens informiert – selbst dann, wenn man sich nicht direkt am See befindet.

Um eine größere Anzahl von Personen über den Rennverlauf zu informieren, wurden im VIP-Bereich 3D-Visualisierungen vom aktuellen Renngeschehen über Großprojektionen gezeigt. Auch hier stammt die gesamte Implementierung samt der 3D-Modellierung der Boote aus den Händen der Studierenden. In diesem Fall von Studierenden des Studiengangs Digitale Medien.

 

Um sich nach den World Sailing Games mit den Profis messen zu können, wurde eine weitere mobile Anwendung implementiert. Verfügt ein Handy über einen integrierten GPS-Empfänger oder wird ein solcher über Bluetooth an das Handy angebunden, so kann die eigene Position am See ermittelt werden. Nach Auswahl der gewünschten Regatta werden die Daten des Rennens auf das Handy übertragen und los kann es gehen. Die eigene aber auch die Position des „virtuellen“ Gegners wird grafisch in Echtzeit am Handy präsentiert. Eine wirkliche Herausforderung für jeden Hobbysegler.

Mit diesem Projekt konnte sehr eindrucksvoll gezeigt werden, dass sich die bereits jetzt vorhandene Infrastruktur nicht nur zum telefonieren eignet, sondern dass hiermit eine Vielzahl von leistungsfähigen und innovativen Anwendungen realisiert werden kann.

Insgesamt bietet die Gesamtlösung für die World Sailing Games 2006 ein umfangreiches und durchdachtes Konzept, das alle möglichen Anwendungsgebiete der Visualisierung sowie Informationsbereitstellung eines Großevents kombiniert und durch sinnvollen und kostengünstigen Einsatz mobiler Technologie ergänzt.