Bereits seit 2007 setzt der Linz Marathon hinsichtlich der informationsstechnischen Aufbereitung international Maßstäbe. Im Zentrum steht dabei die enge Kooperation des Veranstalters LIVA mit dem Studiengang Mobile Computing der FH Oberösterreich. Vor dem Hintergrund dieser auf die kommenden Jahre ausgelegten Kooperation profitieren nicht nur der Veranstalter, das Publikum oder die Sportler und -innen sondern auch die Studierenden des Studiengangs Mobile Computing, die im Rahmen ihres Studiums direkt an der Realisierung der verschiedenen Projekte beteiligt sind und so wichtige praxisnahe Erfahrungen sammeln können.
Konnte zu Beginn der Kooperation 2007 nur der Ukrainer Alexander Kuzin von den technischen Neuerungen dieser Kooperation profitieren und seinen fabelhaften österreichischen Rekord aufstellen und Linz somit zum schnellsten Marathon Österreichs machen, waren es 2008 schon alle Zuschauer und -innen am Hauptplatz, die das Renngeschehen multimedial aufbereitet verfolgen konnten. Für den Kulturhauptstadt-Marathon 2009 und die kommenden Jahre sind dann neben den bereits bekannten Anwendungen wie der Endzeitberechnung am Führungsfahrzeug (LINK) und der Laufübersicht an den Info-Points (LINK) insbesondere ein SMS-Dienst (LINK) und weitere spannende Neuerungen (LINK) geplant.
Führungsfahrzeug
Als Weltpremiere feierte 2007 die Berechnung der voraussichtlichen Laufendzeit am Führungsfahrzeug und deren Präsentation für den/die führende/n Läufer/in (durch eine entsprechende Anzeigetafel) ihren Einstand. Profitierte in der ersten Ausbaustufe nur der/die Führungsläufer/in, indem er/sie zusätzlich zu der aktuellen Laufzeit die voraussichtliche Endzeit präsentiert bekam, waren es 2008 schon alle Zuschauer und -innen, da sämtliche Informationen auch für alle durch zusätzliche Anzeigentafeln in Fahrtrichtung erkennbar waren.
Technologisch beruht die Anwendung auf einer GPS-Ortung und verschiedenen Algorithmen, die basierend auf der Streckeninformation und der aktuellen Laufleistung des/der Athleten/in die voraussichtliche Laufendzeit bestimmen und diese in wählbaren Intervallen auf der Anzeigentafel ausgeben. Für den Läufer ergibt sich der Vorteil, dass er auf Grund seiner Erfahrung, seine Laufleistung zwar einschätzen kann, er durch das System aber eine entsprechende Bestätigung erhält und ein Kopfrechnen während des Wettkampfes für ihn entfällt.
Info-Point
Ziel des Info-Point Projektes ist es Zuschauern an Info-Points oder auf Fan-Meilen einen besseren Überblick über das aktuelle Renngeschehen zu vermitteln, gerade wenn die Zuschauer die Strecke nur zum Teil einsehen können. Hierfür werden die Positionen der führenden Läufer und -erinnen auf einer Karte (mit Streckeninformation) dargestellt. Zusätzlich präsentiert das System weitere für die Zuschauer interessante Informationen, wie die aktuelle Laufzeit, die durchschnittliche Geschwindigkeit oder die voraussichtliche Endzeit des/der Sportlers/in. Als weiteres Highlight lassen sich aktuelle Bestmarken (Österreichischer/Oberösterreichischer Rekord) einblenden, die dann zeigen wie weit vor oder hinter der Bestmarke sich der/die Läufer/in gerade befindet.
Technologisch baut das Info-Point-Projekt auf verschiedenen Technologien auf. Die Position der Läufer und -innen wird per GPS ermittelt, wobei die Information mit einem Smartphone erfasst und dann per GPRS an einen zentralen Server weitergeleitet wird. Nach dem Empfang der Informationen führt der Server die für die Darstellung notwendigen Berechnungen durch. Im Anschluss daran stellt er die Informationen über einen Webservice den anderen Komponenten zur Verfügung. Der Webservice wird von der Website, die die Präsentation der Daten übernimmt, mit Hilfe eines AJAX-Ansatzes in regelmäßigen Abständen angesprochen und zur Darstellung des aktuellen Laufgeschehens verwendet.
SMS-Dienst
Ebenso wie bei der Info-Point-Anwendung ist es die Aufgabe des SMS-Dienstes Publikum, Begleitung und Betreuung über das aktuelle Laufgeschehen zu informieren. Da eine GPS-Verfolgung aller Läufer und -innen derzeit noch nicht realistisch umsetzbar ist, basiert das System auf einem anderen Ansatz. Jedes Mal wenn ein/eine Läufer/in eine Zeitmessmatte passiert, wird dieses Ereignis erkannt. Ein Server wird über dieses Ereignis und die notwendigen Daten informiert, eine entsprechende SMS generiert und an die registrierten Nummern versandt.
Zwar befand sich der Dienst beim 2008er Marathon erst in einer frühen Testphase allerdings waren die Ergebnisse so vielversprechend, dass für den Kulturhauptstadt-Marathon 2009 ein umfassender Dienst zur Verfügung stehen wird. Jede SMS wird dabei Informationen enthalten wie die aktuelle Laufzeit, die voraussichtliche Endzeit, die voraussichtliche Zielankunft, die aktuelle Platzierung, der aktuelle km-Schnitt etc. Ebenso werden verschiedene Sprachen und auch ausländische Nummern unterstützt werden.
Ausblick
Da die Bearbeitung sportbezogener Projekte ein fester Bestandteil des Studiengangs Mobile Computing ist, werden auch die Anwendungen, die beim Linz-Marathon zum Einsatz kommen stetig verbessert und erweitert.
Beispielsweise wird derzeit an einer Erweiterung der Info-Point-Software gearbeitet. Zu den anvisierten Verbesserungen gehören u.a.:
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Integration einer variablen Anzahl von Teilnehmern und -innen in die Darstellung
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Integration alternativer Informationen (wie z.B. Höhenprofil, Vitaldaten, …)
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Zugang für alle Interessierten, nicht nur den Medien (abrufbar über Desktop oder Handy)
Zielten die meisten technischen Neuerungen bisher darauf ab nur die Spitzenläufer und -innen bzw. das Publikum zu unterstützen, ist es in einem weiteren Projekt angedacht, auch die anderen Läufer und -innen – die bekanntlich den größten Anteil ausmachen – mit der entsprechenden Informationen zu versorgen. Dies soll z.B. durch Anzeigetafeln – ähnlich denen auf dem Führungsfahrzeug – an markanten Stellen der Strecke geschehen, die die Endzeitberechnung für die jeweiligen Läufer und -innen darstellen.
Neben den hier vorgestellten Verbesserungen sind noch weitere technische Neuerungen eingeplant und durch die Mitarbeit der verschiedenen Studierenden werden immer wieder innovative Ansätze eingebracht, auf die man in den kommenden Jahren gespannt sein darf.


